Montag, 6. Mai 2013

Unsere Grundsätze

Basisdemokratisch

Basisdemokratie bedeutet für uns den Versuch, Hierarchien abzubauen und beständig zu hinterfragen. Ein wesentliches Element besteht darin, dass sich Entscheidungsfindungsprozesse breitestmöglich und konsensual gestalten (offenes Plenum) und nicht, wie in herkömmlichen demokratischen Strukturen, eine Minderheit zwangsläufig immer überstimmt wird.

Feministisch

Unsere Gesellschaft ist nach wie vor stark patriarchal geprägt. Wie in allen Lebensbereichen gilt auch an Universitäten das Männliche als Norm. Unser Anspruch ist, durch gezielte Maßnahmen wie Frauenförderung, Sichtbarmachen von Frauen in Forschung und Lehre, geschlechtsneutrale Sprache oder bewusste Bevorzugung von Frauen diese Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen und zu überwinden.

Antirassistisch/Antifaschistisch

Österreich ist geprägt von mehr oder weniger explizit rassistischen und autoritären Strömungen, welche sich auch in der politischen Landschaft widerspiegeln. Das neue Asylgesetz zeigt, wie gesellschaftsfähig derartiges Gedankengut immer noch ist. Dagegen treten wir inner- und außeruniversitär entschieden auf, und bieten antirassistischen und antifaschistischen Organisationen Unterstützung und Raum. Gleichzeitig bedeutet für uns eine kritische Beschäftigung mit Rassismus auch, die eigene Eingebundenheit in strukturelle Rassismen zu problematisieren und damit verbundene Privilegien zu hinterfragen.

Unabhängig

Im Gegensatz zu den meisten ÖH-Fraktionen, die Vorfeldorganisationen bestehender Parteien sind, sind die Basisgruppen parteiunabhängig. Das bedeutet, dass wir keinen finanzkräftigen Apparat im Rücken haben, aber auch, dass wir frei von bundespolitischen Überlegungen agieren können und uns nicht nach Vorgaben einer übergeordneten Hierarchie richten müssen.

Emanzipatorisch

Wir versuchen den Raum der Universität zu nutzen, um gegen herrschende und ausgrenzende Strukturen aufzutreten, die sich sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wissenschaft manifestiert haben. Zudem heißt für uns emanzipatorische, fortschrittliche Politik zu betreiben, uns nicht mit Stellvertreter Innenpolitik zu begnügen, sondern Studierende als AkteurInnen der Politik zu sehen und Wege größtmöglicher Partizipation zu eröffnen.

Antiheternormativ 

“Normal” ist nicht das Gleiche wie häufiger: das sieht man ganz leicht am Beispiel von Linkshändigkeit. Obwohl nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung LinkshänderInnen sind, würde kaum jemand eine linkshändige Person als nicht normal oder gar abnormal bezeichnen. Es handelt sich hier nämlich um “normative Begriffe”, also Begriffe, die nicht sagen wie etwas ist, sondern wie etwas sein soll.

Heteronormativität bezeichnet die Vorstellung, dass der “Normalzustand” des Menschens einer ist, in dem maskuline Männer feminine Frauen lieben und umgekehrt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass es sich hier wieder keineswegs um eine statistische oder biologische Aussage handelt sondern eben um eine normative: Dieser “Normalzustand” wird als natürlich und erstrebenswert dargestellt und so werden alle Menschen, die ihr Leben nicht in ein solches System einordnen wollen oder können ausgegrenzt und benachteiligt.

Leider ist diese Norm in unserer Gesellschaft immer noch sehr kräftig. Deshalb müssen wir immer wieder die Starrheit und Einengung einer solchen Weltanschauung aufzeigen und dagegen eintreten.

Für eine freiere Gesellschaft für alle!
 

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